Teepflanzen

Fast jeder kennt wohl Tee als Getränk, aber weiß nicht unbedingt, was für eine Pflanze es ist, die dem Getränk eigentlich den Namen gibt. Die Teepflanze gehört zur Gattung der Kamelien – die immerhin zwischen 200 und 300 Arten umfasst – und diese Gattung wiederum gehört zur Familie der Teestrauchgewächse. Diesem Namen kann man dann auch entnehmen, dass Teepflanzen meist strauchartig wachsen, wobei sie eine schon beachtliche Höhe zwischen einem und 5 Metern – manchmal sogar mehr – erreichen können, aber es gibt auch kleine Teebäume. Teepflanzen sind immergrün, die Pflanzen haben Laubblätter, die im Durchschnitt etwa 10 cm lang und etwa 5 cm breit sind. Von Oktober bis Februar blühen Teepflanzen und entwickeln Samenkapseln.

Für die Zubereitung von Tee werden die Blätter der Teepflanzen verwendet, selten auch die Blüten bestimmter Teepflanzen.

Daneben wird aus bestimmten Kamelienarten auch Kamelienöl gewonnen, das in manchen Regionen Japans und Chinas auch Speisen oder Getränken beigefügt wird, ansonsten aber vor allem im Bereich der Kosmetik Verwendung findet.

Eine kleine Geschichte des Tees

An dieser Stelle eine umfassende Geschichte des Tees – oder gar *die* Geschichte des Tees – schreiben zu wollen, wäre vermessen. Weitere Informationen zur Teekultur verschiedener Länder – und hier natürlich auch den Ursprüngen dieser Teekultur in der Geschichte – finden sich in den Bereichen „Teekulturen“ .

Das Ursprungsland des Tees ist China. Wann dort mit dem Anbau und der Zubereitung von Tee begonnen wurde, ist nicht bekannt, sicher ist nur, dass Tee bereits in der Zeit vor Christus quasi „alltäglich“ war – so alltäglich, dass es bereits eine Teesteuer gab.

Der Export von Tee aus China – zunächst in die Nachbarländer – begann nach dem Erscheinen des ersten Buchs über Tee im Jahr 760: „Chajing“ von Lu Yu machte Tee sozusagen in der Welt bekannt.

Während der Teeanbau sowie die Zubereitung und auch der Genuss in China immer größere Bedeutung erhielt, dauerte es teilweise mehrere Jahrhunderte, bis Tee auch in anderen Teilen der Welt bekannt und schließlich auch importiert wurde.

Im 17. Jahrhundert wurde Tee in Europa importiert – hier auf dem Seeweg -, während er im selben Jahrhundert über die Mongolei nach Russland gelangte.

In Großbritannien entstand ziemlich rasch eine Teekultur, die bis heute gepflegt wird, während beispielsweise Deutschland ein Land der Kaffeetrinker wurde und bis heute geblieben ist. Passiven Widerstand leisten seit jeher nur die Ostfriesen: Die ostfriesische Teekultur entwickelte sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts und fand im 18. Jahrhundert Verbreitung – sie schaffte es allerdings bislang nicht über die Grenzen Ostfrieslands hinaus.

Dennoch ist in Deutschland zu beobachten, dass Tee seit Beginn des 21. Jahrhunderts beliebter geworden ist, dass es in Cafés insgesamt eine größere Auswahl und auch hochwertigere Tees gibt. Es gibt also auch in Deutschland Hoffnung für Teetrinker.

Ein interessantes Video über die Geschichte des Tees, das vomTED-Ed youtube-channel  stammt, findet ihr hier:

 

Teekultur in Großbritannien

Sicher ist nicht nur Freunden von Sherlock Holmes oder Monthy Python der britische „Afternoon Tea“ ein Begriff. Tatsächlich ist diese „Erfindung“ aus dem 17. Jahrhundert auch heute noch Bestandteil der britischen Kultur.

Bei dem ersten Tee, der aus China nach Großbritannien importiert worden war, handelte es sich noch um grünen Tee. Die „Anleitungen“ zur Zubereitung dieses noch neuen Getränks stammten von Reisenden, die sie wiederum aus China bzw. aus Macao mitgebracht hatten, und die im Wesentlichen besagten, dass man die trockenen Teeblätter mit kochendem Wasser übergießen solle – und fertig sei das Getränk namens „Cha“, also „Tee“.

Wenige Jahrzehnte hielten die Briten sich auch an diese Vorgaben, dann jedoch – es lässt sich nicht mehr rekonstruieren, was und durch wen zuerst – begannen sie etwa Anfang des 18. Jahrhunderts, dem Heißgetränk auch Milch und Zucker beizufügen, was wiederum geschmacklich besser zu schwarzem als grünem Tee zu passen schien. Diese Art der Zubereitung erreichte derart große Popularität, dass im 18. Jahrhundert sowohl der Import von schwarzem Tee als auch der Import von Zucker hochschnellte. Hingegen hätte man damit im Ursprungsland des „Cha“ damals wohl nur Kopfschütteln ausgelöst.

Im Jahr 1706 – also noch bevor der „britische“ Tee sich quasi als Nationalgetränk durchsetzte, eröffnete übrigens auch Thomas Twining den ersten Teeladen in London. Noch heute ist „Twining’s“ Tee – den man nicht nur in Großbritannien kaufen kann – vielen Reisenden und Teetrinkern ein Begriff.

Die Zubereitung des Tees geht in Großbritannien zunächst einmal ähnlich vonstatten wie in vielen anderen Ländern auch: Man spült eine Teekanne mit heißem Wasser aus, um sie zu erwärmen, gibt Teeblätter in die Kanne und brüht diese mit kochendem Wasser auf. Je nach Teesorte lässt man den Tee 2 bis 5 Minuten ziehen, ehe er den Gästen eingeschenkt wird. Dabei wird ein Sieb über die Teetassen gehalten, um die Teeblätter aufzufangen. Nun wird es „britisch“ – und kompliziert. Es stehen Milch und Zucker bereit, beides wird zumeist in den Tee gegeben, wobei Milch das „must have“ ist, Zucker kann weggelassen werden, ohne dass man soziale oder teekulturelle Ächtung befürchten muss. An der Milch scheiden sich aber auch schon die Geister: Gibt man zuerst die Milch in die Tasse und dann den Tee – oder umgekehrt? Diese Frage bewegt tatsächlich seit etwa einhundert Jahren die britischen Gemüter. Sogar der Schriftsteller und Journalist George Orwell hat zu dieser Frage Stellung bezogen, und zwar in seinem Essay „A Nice Cup of Tea“, welches 1946 im „London Evening Standard“ erschien. Orwell vertrat die Auffassung, dass die richtige Dosierung der Milch nur dann möglich sei, wenn man diese erst nach dem Tee in die Tasse gebe. Daneben wurden aber auch von anderen Fragen diskutiert, ob und wie der Zeitpunkt der „Milchzugabe“ den Geschmack des Tees ändern würde, und nicht zuletzt, wie sie sich auf die Temperatur des Tees auswirkt. Bis heute gibt es tatsächlich die beiden Fraktionen derer, die zuerst die Milch und dann den Tee in die Tasse geben, und derer, die erst den Tee eingießen und dann die Milch.

Weniger Streit gibt es bei der Frage, was zu einem typisch britischen „Afternoon Tea“ gehört. Die Idee zu dieser Zwischenmahlzeit – die durchaus auch zu einer vollwertigen Mahlzeit werden kann – entstammt dem 19. Jahrhundert, wahrscheinlich geht sie auf die Duchess of Bedford zurück. Zu dem Tee mit Milch und Zucker wurden kleine Imbisse – süß und salzig – gereicht. Während der „Afternoon Tea“ lange Adligen oder zumindest besser Gestellten vorbehalten war, kann man ihn heute vor allem in Hotels zu sich nehmen oder dort auch für besondere Anlässe – Geburtstage, Hochzeiten, Jubiläen – buchen. An der Zusammensetzung hat sich allerdings wenig geändert, auch heute noch werden süße und salzige Kleinigkeiten, vor allem Sandwiches und kleine Kuchen oder Scones (ein britisches Gebäck) zum Tee gereicht, meist eindrucksvoll serviert auf einer Etagere.

Ein hübsches Video des Visit London youtube-chanel zum britschen Afternoon-Tea finden Sie hier: